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Eine Landing Page für SEO & SEA?
Wie die Suchintention Ihrer Nutzer die Antwort bestimmt.

Wie die Suchintention Ihrer Nutzer die Antwort bestimmt.
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Als Betreiber einer kommerziellen Website stehen Sie unweigerlich vor der Frage: Benötige ich separate Landing Pages für meinen organischen Traffic (SEO) und meine bezahlten Anzeigen (SEA)? Wenn Sie das falsch machen, bedeutet das mehr als nur eine chaotische Strategie: Es bedeutet verschwendete Werbeausgaben, hohe Absprungraten bei teuren Klicks und eine unterbrochene Customer Journey. Potenzielle Käufer könnten rasch zu Ihren Mitbewerbern gelangen.
Die Antwort auf diese strategische Kernfrage liegt jedoch nicht im Marketingkanal, sondern im Verständnis der Denkweise Ihrer Nutzer. Ob ein Besucher über eine organische Suche oder eine bezahlte Anzeige auf Ihre Seite kommt, ist sekundär. Entscheidend ist, warum er sucht und was er in diesem Moment zu erreichen versucht. Dieser Beitrag taucht tief in die Psychologie der modernen Online-Kaufentscheidung ein und liefert Ihnen, basierend auf umfassenden Forschungsergebnissen von Google, einen klaren Handlungsrahmen, um Ihre Landing-Page-Strategie auf das auszurichten, was wirklich zählt: die Suchintention Ihrer Kunden.
Das beleuchtet ein aktueller Bericht von Google (Decoding Decisions – The Messy Middle of Purchase Behavior.pdf), den wir für Sie zusammenfassen.
Traditionelle Marketingmodelle, wie der klassische lineare Funnel, der Kunden ordentlich von der Wahrnehmung bis zum Kauf führt, sind für die heutige digitale Realität nicht mehr ausreichend. Das Online-Kaufverhalten ist selten ein gerader Weg. Nutzer springen zwischen Websites, vergleichen endlos, lassen sich ablenken und kehren zurück. Um in diesem Umfeld erfolgreich zu sein, müssen wir das tatsächliche, oft chaotische Nutzerverhalten verstehen.
Google-Forscher haben diesen komplexen Raum als das „Messy Middle“ (das unordentliche Dazwischen) definiert. Es beschreibt den Prozess zwischen dem ersten Kaufimpuls („Trigger“) und der endgültigen Kaufentscheidung. Dieser Raum ist durch eine überwältigende Fülle an Informationen und Wahlmöglichkeiten gekennzeichnet, die den Nutzer nicht mehr linear, sondern in einer Schleife agieren lassen.
In diesem Raum wechseln potenzielle Kunden kontinuierlich zwischen zwei zentralen mentalen Zuständen. Die Forschung von Google definiert das „Messy Middle“ als den Ort,
in dem Konsumenten zwischen dem Erforschen und dem Bewerten der verfügbaren Optionen hin und her wechseln, bis sie zum Kauf bereit sind.
Diese beiden Denkweisen – Exploration und Evaluation – sind der Schlüssel zum Verständnis Ihrer Nutzer und zur Gestaltung effektiver Landing Pages. Lassen Sie uns diese beiden Zustände genauer analysieren.
Die Fähigkeit, zwischen Exploration und Evaluation zu unterscheiden, ist für die Gestaltung von Landing Pages von entscheidender Bedeutung. Wenn Sie die Absicht eines Nutzers erkennen, können Sie ihm genau die richtigen Informationen im richtigen Moment zur Verfügung stellen und ihn so effektiv auf seinem Weg begleiten.
Der entscheidende Unterschied liegt tiefer als nur in der Handlung: Exploration erweitert die Optionen, während Evaluation sie reduziert. Wie die Google-Forschung betont, sind diese beiden Modi „kognitiv verschieden und haben unterschiedliche Belohnungssysteme“. Ein explorativer Nutzer wird durch die Entdeckung neuer Informationen belohnt, während ein evaluativer Nutzer durch Klarheit und das Vertrauen in seine Wahl belohnt wird. Das „Messy Middle“ ist deshalb so komplex, weil Nutzer nahtlos, schnell und wiederholt zwischen diesen beiden Zuständen wechseln können.
Doch wie können Sie als Website-Betreiber erkennen, in welchem Modus sich ein Nutzer befindet?
Die Antwort liegt in den eigenen Worten des Nutzers. Die spezifischen Begriffe – oder „Modifier“ – die er zu seiner Google-Suche hinzufügt, bieten ein direktes Fenster in seinen kognitiven Zustand. Die Analyse dieser Begriffe ist eine äußerst praktische Methode, um zwischen einer explorativen und einer evaluativen Intention zu unterscheiden.
Die Analyse der Google-Forschungsdaten offenbart klare Korrelationen zwischen Suchzusätzen und der kognitiven Absicht des Nutzers:
Die folgende Tabelle fasst die unterschiedlichen Intentionen und die dazugehörigen Signale zusammen:
| Suchintention | Typische Suchzusätze („Modifier“) | Charakteristik & wahrscheinlicher Kanal |
| Exploration | Ideen, beste ... (z.B. beste Restaurants) | Informationssammlung, Optionen erweitern, oft generisch. Typisch für Top-of-Funnel SEO. |
| Evaluation | Bewertungen, Angebote, günstig, Rabattcode | Optionen vergleichen, eingrenzen, oft markenspezifisch. Typisch für SEA und Bottom-of-Funnel SEO. |
Strategische Erkenntnis: Bei Ihrer Keyword-Strategie geht es nicht nur um Volumen und Relevanz, sondern um ein Instrument zur Diagnose der Nutzerpsychologie in großem Maßstab. Ordnen Sie Ihre Ziel-Keywords diesem Rahmenwerk zu, um Ihre Nutzererfahrung proaktiv zu gestalten.
Basierend auf diesem Verständnis der Nutzerintention können wir nun ein klares Entscheidungs-Framework aufbauen. Ihre Wahl für eine oder mehrere Landing Pages hängt gänzlich vom Grad der Überschneidung zwischen den kognitiven Zuständen Ihres organischen und bezahlten Traffics ab.
Eine einzige, kombinierte Landing Page für SEO und SEA ist dann sinnvoll und effizient, wenn die Suchbegriffe aus beiden Kanälen auf eine ähnliche, meist evaluative Absicht hindeuten. Wenn sowohl der organische als auch der bezahlte Traffic auf Nutzer mit einer klaren Kauf- oder Entscheidungsabsicht abzielt, können beide auf dieselbe Seite geleitet werden.
Beispiel: Ein Nutzer, der organisch nach „iPhone 15 Pro Hülle Test“ sucht, befindet sich bereits im Evaluationsmodus. Ein anderer Nutzer, der auf eine SEA-Anzeige für „iPhone 15 Pro Hülle kaufen“ klickt, hat ebenfalls eine klare Kaufabsicht. Beide können auf dieselbe Produkt- oder Kategorieseite geleitet werden. Diese Seite sollte optimiert sein, um evaluative Bedürfnisse zu befriedigen: klare Produktvorteile, Kundenbewertungen, Preisangaben, Lieferzeiten und einen direkten Call-to-Action zum Kauf.
Separate Landing Pages sind entscheidend, wenn ein klarer Unterschied zwischen explorativer (oft SEO) und evaluativer (oft SEA) Absicht besteht. Dies ist das weitaus häufigere Szenario. Jeden Nutzer auf dieselbe, verkaufsorientierte Seite zu schicken, würde den explorativen Nutzer überfordern und abschrecken.
Beispiel:
Die erfolgreiche Konvertierung beider Nutzertypen hängt davon ab, wie gut Ihre Landing Page die jeweilige kognitive Anforderung erfüllt. Dies gelingt am besten, indem Sie gezielt verhaltenswissenschaftliche Prinzipien einsetzen.

Hinweis aus der praktischen Erfahrung unserer Agentur: Aufforderungen unserer Kunden, bitte unbedingt auch Begriffe wie »Ideen zur Wohnzimmergestaltung«, »Wohnzimmer neu einrichten« u.ä. als Keyword in eine Google Ads Kampagne zur direkten Bewerbung eines Sofas oder Esstisches aufzunehmen, werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu hohen Kosten führen, ohne dass mehr Käufe entstehen. Leider erfahren das manche Kunden erst schmerzlich mit der Zeit, wenn sie dennoch darauf beharren. Besser geeignet wären diese Begriffe zur Bewerbung einer Seite, die auch tatsächlich interessante Ideen zur Wohnzimmergestaltung anbietet. Und das umfasst nicht nur die Präsentation eines einzelnen Möbelstücks.
Das Ziel im „Messy Middle“ ist nicht, den Nutzer zu einer Entscheidung zu zwingen. Es geht vielmehr darum, ihm die nötige Sicherheit zu geben, um selbstbewusst eine Wahl zu treffen. Eine zentrale Erkenntnis der Google-Forschung ist, dass „Menschen Marke A nicht gegenüber Marke B wählen, weil sie Marke A für besser halten, sondern weil sie sich sicherer sind, dass sie gut ist.“ Die folgenden verhaltenswissenschaftlichen Prinzipien („cognitive biases“) sind mächtige Werkzeuge, um genau diese Sicherheit und dieses Vertrauen auf Ihrer Landing Page zu erzeugen.
Stellen Sie nach der Optimierung Ihrer Landing Page sicher, dass der Übergang zum Kaufabschluss nahtlos verläuft, um den Nutzer nicht durch einen komplizierten Checkout-Prozess wieder zurück in die Erkundungsschleife zu verlieren.
Die zentrale Erkenntnis ist klar: Die Entscheidung für eine oder mehrere Landing Pages sollte niemals allein von der Unterscheidung zwischen SEO und SEA abhängen. Der wahre Kompass ist die Analyse der Nutzerintention. Indem Sie verstehen, ob sich ein Besucher im explorativen oder evaluativen Modus befindet, können Sie ihm eine maßgeschneiderte Erfahrung bieten, die ihn sicher durch das „Messy Middle“ führt und die Wahrscheinlichkeit eines Abschlusses maximiert.
Das können Sie allerdings für jeden einzelnen Besucher kaum herausfinden. Bereiten Sie sich daher darauf vor, mehrere Landing Pages für dasselbe Prodt bzw. dieselbe Leistung zu erstellen.
Daraus ergeben sich drei zentrale Handlungsempfehlungen für Ihre Strategie:
Indem Sie die Bedürfnisse Ihrer Kunden in den Mittelpunkt Ihrer Strategie stellen und deren Denkweise verstehen, werden Sie sie nicht nur als Käufer gewinnen, sondern sie auch erfolgreich durch die Komplexität des modernen Online-Handels führen.
Anders ausgedrückt: wenn Sie nicht der Anbieter sind, sondern der umworbene Konsument, wie geht es Ihnen da beim Besuch Ihrer Landing Pages, wenn Sie dem Besuch unterschiedliche Intentionen von der breiten Informationssuche bis zur Kaufabsicht zugrunde legen?