Sie haben ein Google Ads Konto und schalten Anzeigen. Sie möchten Conversions auf Ihrer Website erfassen, doch Sie wissen nicht, wie das funktioniert? Dann kommen Sie bitte hier entlang.

Online werden Sie wahrscheinlich viele Artikel zu diesem Thema finden, doch schon bald wird Ihnen der Kopf rauchen. Denn das Thema „Conversion Tracking“ ist heiß – und ziemlich undurchschaubar. Wir bringen Licht ins Dunkel und zeigen Ihnen verschiedene Möglichkeiten, wie Sie (sogar auch ohne Programmierkenntnisse) Google Ads Conversions auf Ihrer Website einrichten.

Die Website ist online – was nun?

Unzählige Stunden sind vergangen, viele Liter Kaffee sind geflossen, bis Ihre brandneue Website endlich online gegangen ist. Jetzt erstrahlt sie in hellem Glanz und zieht tausende Kunden magisch an. Schon bald müssen Sie neue Türen kaufen, weil die vorhandenen bereits von der vielen Kundschaft eingerannt worden sind. Oder doch nicht?

Wer eine Website hat, verspricht sich Verkäufe. Doch nicht immer führt ein neuer Online-Auftritt automatisch zu mehr Umsatz. Unter anderem muss die Website erst beworben werden – beispielsweise mittels Google Ads. Doch woher weiß ich, ob die Anzeigen bei Google auch wirklich etwas bringen?

Conversion Tracking: sehen, ob Werbung wirkt

Anhand von Conversion Tracking können wir ermitteln, ob unsere Werbung bei Google erfolgreich ist. Egal ob Sie Produkte verkaufen, Anmeldungen zu einem Event brauchen oder mehr Newsletter-Empfänger möchten. Mit Conversion Tracking können Sie sehen, welche Anzeige funktioniert und mit welchen Keywords oder Anzeigentexten Sie nur Geld verbrennen. So können Sie richtig reagieren und Ihre Ads Ausgaben optimieren.

Was sind Conversions?

Eine Conversion entsteht, wenn der/die Website-Besucher/in eine bestimmte Handlung auf der Website ausführt, die dazu führt, dass aus der fremden Person (bald) ein Kontakt oder Kundschaft wird.

Eine Conversion

Dazu zählen:

  • Der Klick auf eine Email-Adresse oder Telefonnummer
  • Die Anmeldung zum Newsletter
  • Ein Download (z.B. e-Book etc.)
  • Das Ausfüllen und Absenden eines Formulars
  • Ein Produkt in den Einkaufskorb legen
  • Einen Kauf tätigen

Es gibt auch sogenannte Micro-Conversions. Das sind Handlungen, die noch nicht unbedingt zu einer baldigen Zielerreichung führen müssen, aber ein gewisses Interesse zeichnet sich ab. Dazu zählen beispielsweise:

  • Das Lesen eines langen Artikels (wie etwa diesen hier)
  • Das Einbringen eines Kommentars
  • Ein Video starten
  • Sich etwas länger auf einer Seite aufhalten, z.B. länger als 3 Minuten
  • Sich mehr als 3 Seiten im Laufe des Besuchs ansehen

Welche Möglichkeiten haben Sie, um Google Ads Conversion Tracking einzurichten?

Conversion Tracking auf Danke-Seiten

Eine der häufigsten Methoden ist die Verfolgung von Kontaktformularen mittels einer „Danke-Seite“.

Warum eine Danke-Seite? Eine Danke-Seite ist jene Seite, die aufgerufen wird, wenn ein Formular versendet wurde. Klickt also jemand auf Ihre Google Ads Anzeige, gelangt auf Ihre Website und füllt dort ein Formular aus, scheint als letzter Schritt eine Danke-Seite auf. Sie ist grundsätzlich „versteckt“, kann also nur über das Formular erreicht werden. Am besten sorgen Sie dafür, dass Danke-Seiten nicht im Index von Google landen. Beispiele für Danke-Seiten sind: „Danke für die Anmeldung zum Newsletter“ oder „Danke für Ihre Anfrage“.

Der Vorteil ist, dass Sie sicher gehen können, dass Besucher Ihrer Danke-Seite das Formular verschickt haben. Der Nachteil ist, dass Sie damit in der Erfassung der Conversions eingeschränkt sind. Sie erfassen ja keine anderen Handlungen auf Ihrer Website, wie z.B. den Klick auf eine Telefonnummer oder eine Mailadresse.

Und so funktioniert es:

Sie legen eine Conversion in Ihrem Ads-Konto an, dabei erhalten Sie zwei Tags, das allgemeine Website-Tag und das Ereignis-Snippet.

Sie bauen erst einmal das allgemeine Website-Tag in alle Seiten Ihrer Website ein (also am besten in das Template/Theme-Vorlage Ihrer Website). Sie fügen es zwischen den <head></head>-Tags auf jeder Seite Ihrer Website ein. Dies ist für jedes Konto nur einmal erforderlich, auch wenn Sie mehrere Aktionen erfassen möchten. Dieses allgemeine Website-Tag könnte so aussehen (wir haben die ID im Code-Beispiel geändert auf 111222333, die wird also für Sie nicht funktionieren):

<!-- Global site tag (gtag.js) - Google Ads: 111222333 -->
<script async src="https://www.googletagmanager.com/gtag/js?id=AW-111222333"></script>
<script>
  window.dataLayer = window.dataLayer || [];
  function gtag(){dataLayer.push(arguments);}
  gtag('js', new Date());

  gtag('config', 'AW-111222333');
</script>

Die Danke-Seite

Google Ads stellt Ihnen weitere Zeilen JavaScript-Code zur Verfügung für den Einbau in die Danke-Seite. Sie fügen dieses zweite Snippet, das Ereignis-Snippet, nur auf der zu erfassenden Danke-Seite direkt nach dem allgemeinen Website-Tag zwischen den <head></head>-Tags ein.

<!-- Event snippet for Formular-Danke conversion page -->
<script>
  gtag('event', 'conversion', {'send_to': 'AW-111222333/0ABCDEfG11HIJKL22MNO'});
</script>

Sie haben jetzt die Wahl. Sie lassen diese JavaScript-Codes durch fachkundige Hände einbauen, oder Sie fügen den Code selbst ein.

Wenn das erledigt ist, dann bekommt Google Ads ab sofort mit, wenn jemand die Danke-Seite erreicht hat. Diese fremde Person ist also „konvertiert“ zu einem Kontakt/Lead. Und Sie wissen, welche Google Ad und welches Keyword dafür verantwortlich und somit hier erfolgreich waren.

Tracking mit Google Ads

Anleitungen

Conversion Tracking mit Hilfe des Plugins Tracking Code Manager

Falls Sie den Code nicht selbst einfügen möchten, und auch keine Programmierer damit beauftragen wollen, gibt es für WordPress-Nutzer ein kostenloses WordPress Plugin. Mit dem „Tracking Code Manager“ können Sie Tracking Codes selbst verwalten.

Falls Sie einen WooCommerce Online Shop besitzen, könnte diese Anleitung für Sie hilfreich sein:
https://kinsta.com/de/blog/conversion-tracking/#wie-man-google-adwords-conversion-tracking-in-woocommerce-einrichtet

Alternative: Conversion Tracking als Zielvorhaben in Google Analytics

Ein einfacher und weitaus flexiblerer Weg, Google Ads-Konvertierungen auf einer WordPress-Seite zu verfolgen, ist die Verwendung von Google Analytics-Zielen. Dafür muss das Google Analytics Konto mit dem Google Ads Konto verbunden sein. Wie Sie Zielvorhaben in Analytics einrichten, erfahren Sie in diesem Artikel:

https://www.drweb.de/google-analytics-fuer-einsteiger-teil-4/

Dann erfolgt die Übernahme von Google Analytics Zielvorhaben in Google Ads:

  • Richten Sie Zielvorhaben in Google Analytics ein
  • Verknüpfen Sie Ihr Google Ads Konto mit dem Google Analytics Konto
  • Importieren Sie die wichtigen Google Analytics Ziele ins Ads-Konto. Dort werden diese als Conversions bezeichnet
Google Analytics und Google Ads

Und wie erfasse ich Klicks auf Links als Conversions auf meiner Website?

Möchten Sie auf Ihrer Website nicht nur die Conversions auf Ihrer Danke-Seite tracken, sondern auch wissen, ob Besucher auf einen bestimmten Link geklickt haben? Beispielsweise auf eine Telefonnummer oder eine Mail-Adresse? Oder Sie wollen Klicks auf Schaltfläche wie „Jetzt anmelden“ als Conversions erfassen?

Dann wird es kompliziert! Ja, Sie seufzen jetzt zu Recht. Google selbst liefert dazu eine Anleitung, doch wahrscheinlich werden Sie sich da nicht durchkämpfen wollen.

Falls Ihnen das Messen von Conversions auf einer eigenen „Danke-Seite“ zu wenig ist, und Sie auch andere Ereignisse messen wollen, ist der Einsatz des Google Tag Managers die derzeit wohl einfachste Lösung.

Conversion Tracking mit Google Analytics (ohne Google Tag Manager)

Das Tracken von Klicks auf Telefonnummer- oder Email-Links gestaltet sich noch recht einfach. Sie ergänzen sämtliche solcher Links um ein onClick-Attribut im HTML-Befehl des Links.

Allgemein sieht das Event Code-Schnipsel so aus:

onClick="gtag('send', 'event', 'eventKATEGORIE', 'eventAKTION','eventLABEL' ,eventWERT);" 

Beispiel Email-Adresse: 

<a href="mailto:office@meinedomain.de" onclick="gtag('send', 'event', 'Kontakt', 'Email', 'office@meinedomain.de', 10);">office@meinedomain.de</a>

Beispiel Telefonnummer: 

<a href="tel:+49555123456789" onclick="gtag('send', 'event', 'Kontakt', 'Anruf', '+49 555 123456789', 10);">+49 555 123456789</a>

Falls das nicht klappt, können Sie es auch mit einer leicht erweiterten Variante versuchen. Beispiel Email-Adresse:

onclick="ga('create', 'UA-123456789-1'); gtag('send', 'event', 'mailto', 'mailto:office@meinedomain.de', 'office@meinedomain.de' ,30);

Schwieriger wird das dann beim Erfassen von erfolgreichen Absendungen von Formularen. Da empfiehlt sich der Einsatz des Google Tag Managers.

Conversion Tracking mit Hilfe von Google Tag Manager

Mit dem Google Tag Manager (GTM) können Sie sogenannte „Tags“ [ˈtæg] für Ihre Website erstellen und aktualisieren – ganz ohne IT-Expertise. Ein Tag ist ein „Zählpixel“, also der Google Analytics Tracking Code, das Facebook Pixel oder der Google Ads Conversion Tracking Code.

Ein Tag wird durch einen Trigger (auslösendes Ereignis) ausgelöst. Und Trigger kann vieles sein:

  • Ansehen einer Seite („Page View“)
  • Klick auf einen Link
  • Klick auf eine Mail-Adresse
  • Klick auf eine Telefonnummer
  • Starten eines Videos
  • Klick auf ein Bild
  • Absenden eines Formulars
  • … und vieles mehr

Sie müssen dabei einmalig den Tracking Code des Google Tag Managers in Ihre Website so einbauen, dass er auf jeder Seite wirksam ist (also ins Template bei Content Management Systemen). Dann füttern Sie Ihre Website mit den gewünschten Tracking Codes (Google Analytics, Google Ads, Facebook, Bing, Hotjar, Mixpanel, etc.) nur mehr im Google Tag Manager, Ihre Website müssen Sie dafür nicht mehr angreifen. Das klingt doch jetzt schon viel besser, oder?

Der Weg mit dem Google Tag Manager

WordPress Nutzer/innen haben’s einfach. Die setzen das Plugin Google Tag Manager von Thomas Geiger ein, und müssen sich nicht mit Code-Einbau herumschlagen.

Mit dem Google Tag Manager eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten: Sie erfahren jetzt auch, welche Nutzer/innen ganz bestimmte Links auf Ihrer Website anklicken, welche Videos auf Ihrer Website zur Gänze angesehen werden, und vieles mehr. Ein großer Vorteil!

Der Nachteil ist, dass Sie sich zuvor ein wenig mit dem Google Tag Manager befassen müssen, um diese Berichte in Analytics zu erhalten. Auf dem ersten Blick scheint alles kompliziert zu sein, doch wir haben simple Anleitungen gefunden, wie Sie relativ einfach und schnell Ads Conversion Tracking im Google Tag Manager einrichten:

Einige Anleitungen:

Fazit

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um Google Ads Conversions zu verfolgen. Zu den häufigsten zählt die Einrichtung eines Tracking-Codes auf der „Danke-Seite“. Wollen Sie jedoch auch Klicks auf Links wie z.B. auf eine Email-Adresse oder Telefonnummer oder das Ansehen eines Videos nachverfolgen, so ist der Google Tag Manager das geeignetste Tool. Tags und Trigger lassen sich relativ rasch und ohne Programmierkenntnisse erstellen.

Falls Sie sich von der Vielfalt an Funktionen des Google Tag Managers überfordert fühlen, könnten Sie dieses Tool in unserem halbtägigen Praxiskurs Google Tag Manager näher kennenlernen und dabei gleich die passenden Tags für Ihre eigene Website erstellen.

Sollten Sie Unterstützung bei der Einrichtung von Google Ads Conversions benötigen, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren!