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WP-Camp 2013 in Berlin

9 Nov. 2013 | Geschrieben von

Heute, 9.November 2013, findet in der Beuth Hochschule für Technik in Berlin wieder ein Barcamp zum Thema WordPress statt. Die Website dazu ist wpcamp.de (Update 2016/01: die Website gibt es nicht mehr). Ich bin ebenfalls dabei, im Laufe des Tages wird es also wieder kurze Berichte von den Sessions geben, die ich besuche. Stay Tuned. Der Twitterhashtag ist #wpcb13, Twitteraccount @wpcampberlin.

Diese Sessions habe ich besucht, im Folgenden ein Kurzbericht.

The future of digital layout: cutting edge CSS features

Speaker: Andre Jay Meissner

Andre stellt erst einmal CSS Regions vor, mit denen Text, der sich in einer Textbox (Textrahmen) nicht mehr ausgeht (ein Überhangtext), in einem anderen Textrahmen weitergeführt wird. Adobe hat diese CSS Regions entwickelt, die allerdings derzeit noch nur von wenig Browsern unterstützt werden. Ein guter Übersichtsartikel zu CSS Regions findet sich übrigens bei kulturbanause. In Aktion kann man das sehen (mit einer aktuellen Version von Safari) auf github.

Natürlich mangelt es nicht an der ausführlichen Vorstellung von Adobe-Tools (Andre arbeitet für Adobe), aber der Vortrag ist sehr unterhaltsam, und wer weiß, vielleicht werden die CSS Regions ja auch bald von allen Browsern nutzbar gemacht.

Vorgestellt wird auch OpenDeviceLab.com, wo kostenlos das Aussehen von Websites auf vielen unterschiedlichen Geräten gezeigt werden kann.

Shapes and Blending

Nächste CSS Technologie, die Andre präsentiert: CSS Blending. Damit lassen sich Bilder auf unterschiedliche Arten überlagern, und sich völlig verschiedene Effekte erzielen, wobei die Browser diese Effekte in Real-Time produzieren. Interessant dabei aber nun, dass sich auch andere Elemente (HTML-Elemente) überlagern und z.B. interessante Transparenz-Effekte erzielen lassen.

Noch eine neue CSS-Technologie: CSS Shapes. Damit kann man sich endlich von den HTML-Rechtecken befreien. So kann nun Text weitgehend an Bildformen vorbeifließen. Beispiele kann man sich ansehen unter html.adobe.com/webplatform/layout/shapes/.

Verwiesen sei an dieser Stelle auch auf die Website css-tricks, auf der man unter anderem auch eine Variante von CSS Shapes findet, die bereits jetzt in vielen Browsern nutzbar sind.

Unter den Sessions, die ich besucht habe, eine der besten.

WordPress im Vergleich mit anderen CMS

Christoph DaumSpeaker: Christoph Daum

In seiner Agentur setzt Christoph zumeist WordPress, Contao und Typo3 als Content Management Systeme ein, sehr selten auch Joomla und Drupal. Unter den angeführten Systeme liegt WordPress in der weltweiten Nutzung unangefochten an der Spitze, gefolgt von Joomla, dann Drupal, Tyo3 und zuletzt Contao.

Christoph vergleicht erstmal die einzelnen Systeme, indem er ihre jeweiligen Besonderheiten vorstellt.

Ähnlich wie WordPress findet man auch bei Joomla findet man viele Vorlagen, allerdings wirkt die administrative und redaktionelle Nutzung von Joomla für viele Endanwender  verwirrend. Das können wir in der E-Werkstatt bestätigen, es haben schon einige Joomla-Endnutzer die administrative und redaktionelle WordPress gesehen, und sich daraufhin die Überführung der Inhalte in eine WordPress-Website gewünscht.

Drupal kann Tränen produzieren (wenn man es updaten muss)

Bei Drupal liegt die besondere Stärke in Community Building, daher wird Drupal gerne für Community Websites eingesetzt, die aber nicht unbedingt Forumscharakter haben. Weiters kann bei Drupal bereits im Front-End gearbeitet werden. Ein großer Nachteil scheint bei Drupal aber die Updatefähigkeit zwischen Hauptversionen zu sein.

Bezüglich Mehrsprachfähigkeit hält Christoph trotz zweier guter Plugins für WordPress (WPML, Multilingual Press) immer noch TYPO3 für federführend. Typo3 scheint sowieso einerseits das umfangreichste CMS zu sein, gleichzeitig ist aber auch der Lernaufwand recht hoch, um damit eine Website zu erstellen. Das liegt vor allem an der eigenen Scriptsprache Typoscript.

Contao (früher Typolight) wurde in Deutschland erfunden. Es ist in etwa so alt wie WordPress (existiert seit 2004), allerdings ist die Gruppe der Entwickler relativ klein. Ein besonderer Vorteil wäre die vollständiger Editierbarkeit auch von CSS im Backend. Nachteil wäre die kostenpflichtige Online Updatefähigkeit, und dass die GUI (das Aussehen des Backends) relativ überladen wirken würde. Weiters gäbe es Probleme beim Arbeiten mit mehreren Tabs. Es war spürbar, dass der Vortragende mit Contao nicht gut Freund war 🙂

Schließlich führt Christoph einige Systeme auch live vor.

– MITTAGSPAUSE –

Mitgliederseiten in WordPress

Christina FuchsSpeaker: Christina Fuchs

Christina kommt aus dem Raum Nürnberg, und bloggt seit 2010. Sie stellt erst einmal ein paar Beispiele an Websites mit Mitgliedsbereich vor, und geht dann etwas genauer auf die Umsetzung mit dem Plugin s2member ein.

Weitere Plugins: MagicMembers, DigiMember (dieses Plugin wurde in Deutschland entwickelt), WishList Member, wpmudev, amember professional.

Hinweis: eine Umsetzung mit dem Plugin WP-Members beschreiben wir auf ewerkzeug.info.

Spontan Session: WordPress Plugins Erfahrungsaustausch

Moderator: Heinz Duschanek

In dieser Spontansession rege ich einen Erfahrungsaustausch zu WordPress-Plugins an:

  • welche Plugins stellen sich für ihren Einsatzzweck als besonders hilfreich und gut heraus,
  • von welchen Plugins muss man vielleicht abraten,
  • eventuell gehen sich auch auch noch Tipps zur Konfiguration komplexer Plugins aus.

Eine Dreiviertelstunde geht schnell vorbei, aber immerhin konnten diese Themenbereiche angeschnitten werden.

Möglichkeiten für Suchmaschinenoptimierung/SEO:

Möglichkeiten für Backups:

Möglichkeiten für Formulare und Umfragen:

Möglichkeiten für Shops/eCommerce:

Danke an die Teilnehmer/innen, ich hoffe Ihr habt etwas für Euch nützliches mitnehmen können.

We are WordPress – we are legion

Speaker: Stefan Cremer

Stefan erzählt über Tools und Plattformen, mit denen man viele WordPress Installationen unter einer Oberflächer verwalten kann. Darunter verweist er besonders auf

Stefan zeigt die Systeme live vor, und präsentiert eine handliche Gegenüberstellung der wesentlichen Features sowie der Kosten. Er verweist darauf, dass die Zeitersparnis aufgrund der Nutzung solcher Systeme die Kosten dieser Tools bei weitem überwiegen würden.

Erfolgreicher Blogstart mit Nischenpositionierung, Leseravatar, und Social Media

Markus Cerenak am WPCamp 2013Speaker: Markus Cerenak

Zu guter Letzt noch ein Vortrag eines Österreichers in Berlin. Markus erzählt, dass er noch vor einem Jahr keine Ahnung vom Bloggen hatte, und sich vor allem erst einmal bei amerikanischen Bloggern umgesehen hat, wie man bloggt. Jetzt hält er mit seinem Blog bei 15.000 Lesern pro Monat und 4.300 Newsletter Abonnenten. Und das streicht er gleich als ersten wesentlichen Tipp heraus, nämlich den Lesern auch einen Newsletter anzubieten, damit sie über neue Blogbeiträge sofort informiert werden können.

Im April hatte Markus einen Podcast gestartet, dessen Episoden mittlerweile etwa 40.000mal angehört wurden. Blog und Podcast beschäftigen sich Themen für Menschen, die ihr berufliches Hamsterrad verlassen wollen. Und darin liege auch gleich der Grundstein jedes Blogerfolgs: womit kann ich anderen Menschen helfen? Wer hauptsächlich in die Lösung dieser Frage Energie einbringt, und weniger in Fragen zu Technik, Vermarktung und Werbung, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem erfolgreichen, gut besuchten Blog kommen.

Nicht an SEO denken

Ein zweiter Grundstein: persönliche Ansprachen in Social Media Netzwerken, besonders erfolgreich dabei die Weitergabe auf Facebook. Drittens habe Markus beim Schreiben der Artikel niemals an Google gedacht, sondern nur daran, was Menschen von ihm denn lesen wollten, bzw. an den Inhalt, den er im Blog weitergeben will. Mittlerweile hätte sich aber dennoch das Ranking enorm verbessert (Hinweis: auf seinem Blog setzt er allerdings sehr wohl auch ein SEO-Plugin ein, und zwar das All in One SEO Pack).

Zur automatisierten Verbreitung der Inhalte auf Social Media setzt er das Plugin Social Networks Auto Poster, das ihm in den letzten Monaten viel Lebenszeit gerettet habe.

Markus hält den Blog vollkommen werbefrei, verdient Geld aber mit digitalen Produkten. Gemeinsam mit seinem Partner Jakob Schweighofer hat er einen e-Kurs zum Thema Bloggen gestartet, den rund 200 Personen als Beta-Tester gebucht haben, für den sie aber auch schon bezahlen.

Für mich ebenfalls eine der besten Sessions am WP-Camp.

– E N D E –

Nicht besuchen konnte ich aus terminlichen Gründen u.a. leider die Session von David Decker zum Thema WordPress Plugins. Seine Zusammenfassung und Slides (auch von anderen seiner Vorträge und Sessions) findet man auf speakerdeck.com.

Mein Fazit des WPCamp 2013: an oberster Stelle steht bei solchen Treffen immer das Treffen mit Menschen, die dasselbe Interesse haben.  Dann kommt – ehrlicherweise – länger nichts. Das Niveau mancher Sessions ist untermittelprächtig. Vielleicht ließe sich das anheben, wenn das Publikum im Anschluß jeder Session eine Bewertung abgeben könnte.

Vermisst habe ich auch einige Themen, die „in der Mitte liegen“. Es gab gleich mehrere Sessions zur Vermarktung von Blogs, und solche, die sich an Entwickler mit hohem Technik-Knowhow richten. Und solche, in denen mehr oder weniger die Features von Plugins vorgelesen wurden, ohne besonderen Neuigkeitswert. Schön wäre es, z.B. einmal ein komplexeres Projekt mit Blick hinter die Kulissen vorgestellt zu bekommen, von dem man sich einiges abschauen kann. Erfreulicherweise wurden heuer auch OpenSessions angeboten (womit auch der BarCamp-Charakter wieder ein wenig zurückkehrte), in denen sehr praxisnahe Themen ganz ohne Vorankündigung behandelt werden konnten.

Die Organisation des Camps war jedenfalls top, ich komme gerne wieder. Im kommenden Jahr findet das WP-Camp übrigens in Hamburg statt.

Weitere Berichte über das WP-Camp 2013


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