Das Unternehmen Groupon (www.groupon.de und www.groupon.at) handelt mit Gutscheinen und Rabatten. Damit trägt Groupon perfekt dem C für Customer Costs aus der Liste der 4 Online-Marketing Cs (Customer Benefits, Cost to Customer, Convenience, Communication) Rechnung, die Philip Kotler (Grundlagen des Marketing) den 4 Ps des klassischen Marketing gegenüberstellt. Kotler lenkt damit die Aufmerksamkeit vom Preis der Waren aus der Sicht der Unternehmer hin zu den Kosten der Produkte, wie es der Konsument empfindet. Besonders in Zeiten wie diesen haben Konsument großes Interesse daran, Waren so günstig wie möglich zu erstehen, echte Luxusprodukte dabei vielleicht ausgenommen.
Angebote wie das von Groupon kommen da gerade recht, ermöglichen sie einerseits den Konsumenten, möglichst niedrige Angebote gewünschter Produkte zu finden, und andererseits den Anbietern, sich einen großen Markt zu eröffnen. Kein Wunder, dass Konzerne begehrliche Blicke auf Groupon werfen. Groupon wäre etwa dem Werbeunternehmen Google – ja, Sie lesen richtig: Werbeunternehmen und nicht Suchmaschine – kolportierte 3 Mrd. Dollar wert. Der Marktbegleiter Yahoo kann sich ebenfalls eine vergleichbare Summe oder sogar noch mehr für die Akquisition von Groupon vorstellen.
Kein Wunder, schließlich soll Groupon laut Forbes das schnellst wachsende Online-Unternehmen der Internetgeschichte sein. 13 Millionen Groupon-Abonnenten soll es bereits geben, denen Rabatte bei Händlern in ihrer Umgebung angeboten werden. Der Name Groupon setzt sich zusammen aus Group und Coupon, es geht also um Gruppenrabatte. Die Rabatte werden erst gültig, sobald eine Mindestmenge an Konsumenten den Gutschein kauft.
Nicht blöd. Den Händlern werden die Rabatte weniger weh tun, wenn sie im Ausgleich dafür in großem Stil verkaufen, und die Kunden freuen sich über deutliche Preisnachlässe.
So wie es aussieht, wird aus Groupon das nächste Google-Unternehmen. Die Auswirkungen auf die Online-Werbewelt werden enorm sein, da bin ich mir sicher. Denn Google kann dann neben Infos, Karten, Bildern und Videos in den Suchseiten auch konkrete lokale Shopping-Angebote an die User ausliefern. Wie wird Facebook antworten?
Update 29.11.1011
Laut dem Nachrichtenportal Vator soll Google Groupon nun um 2,5 Mrd. Dollar übernommen haben.
Update 06.12.2010
Laut der Internet World Business ist der Deal mit Google doch nicht zustande gekommen. Groupon wolle als unabhängiges Unternehmen im Geschäft bleiben und denke über einen Börsengang nach.

